Hausstauballergie: warum Betroffene im Winter besonders leiden

Wer unter einer Hausstauballergie leidet, der weiß um die typischen Symptome, meist morgens direkt nach dem Aufstehen: Niesen, Husten, rote und juckende Augen und manchmal eine laufende Nase.

Schuld an all diesen Symptomen ist der Kot der Hausstaubmilbe, der sich an normalen Hausstaub angeheftet, wenn er trocknet und zerfällt. Diesem mit Milbenkot vermischten Hausstaub kann man nicht entrinnen. Er befindet sich nicht nur im Schlafzimmer, sondern in jedem Raum der Wohnung und wird bei jedem Atemzug eingeatmet.

Wir haben mit den Experten von https://hausstaubmilben.org gesprochen, warum die Hausstauballergie im Winter besonders schlimm ist.

Das Leiden beginnt mit Start der Heizperiode

Jedes Jahr aufs Neue bemerken betroffene Allergiker einen starken Ausbruch der Hausstauballergie, wenn die Heizung das erste Mal eingeschaltet wird. Nicht nur die Symptome werden stärker, sondern unter Umständen kommen auch neue hinzu, wie zum Beispiel Kopfweh oder Atemnot.

Der Grund für die allergische Reaktion ist die Heizungsluft, die aufgrund ihres Auftriebs den Staub im Zimmer verwirbelt. Die warme Luft steigt über dem Heizkörper oder Ölradiator nach oben, streicht an der Decke entlang und an der gegenüberliegenden Wand wieder nach unten. Erfahrungsgemäß sind Heizkörper auch meistens schwer zu reinigen, man kommt schlecht hinter sie oder (bei älteren Heizkörpern) zwischen die Rippen. An diesen Stellen findet sich häufig eine Menge Staub, der aufgewirbelt und eingeatmet wird.

Schlimmeres droht

Nicht nur die Allergiesymptome an sich sind ein Problem. Wer eine Hausstauballergie unbehandelt lässt, dem drohen gesundheitliche Folgeschäden. Im schlimmsten Fall schlägt die Allergie von den oberen Atemwegen auf die Bronchien um, was man Etagenwechsel nennt. Asthma und später auch COPD können die Folge sein.

Wohnung vor der Heizperiode fit machen

Hausstaubmilben, die den Milbenkot verursachen, sind hauptsächlich im Schlafzimmer zu finden. Die Milben lieben Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit und ernähren sich von Hautschuppen. Die idealen Lebensbedingungen finden Sie daher in Matratzen. Bis zu 1,5 Millionen Milben, von denen jede in ihrem Leben das 200-fache ihres Körpergewichtes an Milbenkot produziert, leben in einer Matratze. Es ist daher von immenser Wichtigkeit, das Schlafzimmer vor der Heizperiode gründlich zu reinigen.

Entfernen Sie alle Staubfänger aus dem Schlafzimmer. Als Allergiker sollten Sie auf Deko und Bilder an den Wänden verzichten. Lassen Sie keine Bücher, Wäsche und andere Dinge herumliegen. Auch Kränze, Trockenblumen, Gestecke etc. haben in einem Schlafzimmer nichts verloren.

Kaufen Sie sich milbendichte Matratzenüberzüge. Diese halten die Hautschuppen von der Matratze fern, die Milben verhungern. Saugen Sie Ihre Matratze vor dem Aufbringen von Matratzenüberzügen gründlich ab.

Befreien Sie alle Zimmer vor dem ersten Einschalten der Heizung vom Staub. Wischen Sie nach Möglichkeit alle Böden feucht und benutzen Sie für Teppiche einen Waschsauger (falls möglich) oder einen Staubsauger mit Mikrofilter für Allergiker. Nehmen Sie sich besondere Zeit für ihre Heizkörper, wie z.B. Ölradiatoren, diese sollten absolut staubfrei sein.

Waschen Sie alle Gardinen und versuchen Sie aus allen Räumen, in denen sie sich öfter aufhalten, sämtliche Staubfänger zu entfernen. Glatte Oberflächen, die sich leicht abwaschen lassen, sind optimal.

Für das Schlafzimmer ist die beste Maßnahme im Herbst und Winter sicherlich ein Luftreiniger, der sogar kleinste Staubpartikel und Allergene aus der Luft filtert. Leider sind diese Geräte recht teuer; ab 300,- Euro aufwärts muss man für ein wirklich gutes Gerät in der Regel rechnen. Diese Geräte haben dann auch einen besonders leisen Modus für die Nacht.

Expertentipp: lassen Sie sich von einem Lungenfacharzt die Hausstauballergie durch einen Bluttest attestieren. In der Regel übernimmt die Krankenkasse dann die Kosten für die Matratzenüberzüge. Bei einem Doppelbett sogar für das Bett des Partners.

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